Erblicher Eierstockkrebs

Ein erhöhtes Risiko für eine Eierstockkrebserkrankung haben Frauen, in deren Familie bereits Fälle von Eierstock- oder Brustkrebs vorgekommen sind. Für beide Krebsarten können dieselben Gene verantwortlich sein: BRCA 1 und BRCA 2. Allerdings ist nur ein geringer Prozentsatz der Patientinnen hiervon betroffen.

Prof. Dr. med. Marion Kiechle erklärt die erbliche Belastung beim Eierstockkrebs.

Insgesamt sind etwa nur 5-10 Prozent der Frauen, die an Eierstockkrebs erkranken, einem erblich bedingten Risiko ausgesetzt. Dies steht in engem Zusammenhang zur Entstehung von Brustkrebs. Sind Verwandte ersten Grades, also Mutter, Tochter oder Geschwister, von Brust- oder Eierstockkrebs betroffen, steigt das Risiko der eigenen Erkrankung. Aber auch Frauen, die selbst bereits Brust-, Gebärmutter- oder Darmkrebs hatten, sind stärker gefährdet.

Übersicht zu Genetischer Beratung
Quelle: www.krebshilfe.de

Zur Betreuung von Frauen, die ein genetisch bedingtes Eierstockkrebsrisiko befürchten, bietet das Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs bundesweit in insgesamt 70 zertifizierten gynäkologischen Krebszentren eine spezialisierte Sprechstunde an. Diese umfasst zunächst eine umfangreiche Beratung, damit sich die betroffenen Frauen über die möglichen Konsequenzen einer genetischen Untersuchung klar werden können. Die daran anschließende komplette Genanalyse erfolgt auf der Grundlage eines Bluttests.
In der Regel liegt das Ergebnis innerhalb weniger Wochen vor, aufgrund des hohen Aufwands können jedoch in einigen Fällen mehrere Monate vergehen.

Bisher sind zwei Gene bekannt, die mutiert bei einem hohen Prozentsatz der Betroffenen zu Brust- oder Eierstockkrebs führen können: BRCA 1 und BRCA 2 – kurz für „BReast CAncer Gene“. Etwa 50 Prozent der Frauen mit BRCA 1 erkranken im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs. BRCA 2 weist für Eierstockkrebs ein etwas geringeres Risiko auf. Weitere genetische Faktoren werden aktuell noch erforscht. Im Falle einer erblichen Vorbelastung wird über die Möglichkeiten einer vorsorglichen Operation aufgeklärt.

Karte der 15 Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs
Quelle: http://www.brca-netzwerk.de/interaktive-karte.html

Bundesweit gibt es 15 Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Hier arbeiten Gynäkologen, Radiologen, Human- und Molekulargenetiker, Pathologen und Psychologen interdisziplinär zusammen.

Die Behandlung in spezialisierten Zentren gibt den Patientinnen zusätzlich Sicherheit. Strenge Auflagen müssen erfüllt sein, damit die Klinken dieses Zertifikat erhalten. Durch regelmäßige Dokumentation und Kontrolle wird die Qualität immer wieder überprüft. Patientinnen haben in diesen Zentren die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum von einem Team aus Experten verschiedener Fachdisziplinen betreuen zu lassen. Alle Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

www.mammamia-online.de/MMSpezialBuch.pdf
www.brca-netzwerk.de
www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/infomaterial-kategorie/die-blauen-ratgeber/