Nachsorge & Rehabilitation

Ist die medizinische Behandlung von Eierstockkrebs abgeschlossen, beginnt die Nachsorge. Neben Kontrolluntersuchungen und Linderung körperlicher Beschwerden steht dabei vor allem der Heilungsprozess der Seele im Vordergrund.

Im Video erzählt Heidi von ihrem Weg zur Nachsorge.

Nachsorge

Die Nachsorge hat zur Aufgabe,

  • einen Rückfall zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln
  • Begleiterkrankungen auszumachen und möglichst zu lindern
  • der Patientin bei seelischen und sozialen Problemen zu helfen.

In der Regel finden Nachsorgeuntersuchungen sowohl bei einer Erst- als auch bei einer Zweiterkrankung in den ersten drei Jahren mindestens alle drei, in den folgenden zwei Jahren alle sechs Monate und daraufhin jährlich statt.

Die wichtigsten Nachsorgeuntersuchungen sind:

  • das Gespräch mit dem Arzt und Klärung der seelischen und körperlichen Verfassung
  • die körperliche Untersuchung (gynäkologische Tastuntersuchung)
  • die Ultraschalluntersuchung
  • häufig die Computertomographie
  • Tumormarker CA-125 (vor allem, wenn dieser zum Zeitpunkt der Diagnose erhöht war).

Die Nachsorge ist für viele Frauen häufig seelisch belastend, aber sie gibt auch Sicherheit. Regelmäßige Kontrolltermine stehen fest und die Patientin befindet sich in engem Kontakt mit dem medizinischen Fachpersonal. So können Fragen sofort gestellt und schnell beantwortet werden.

Rehabilitation

Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist heute fester Bestandteil der Standardtherapie, auf die alle Krebspatienten in Deutschland einen Anspruch haben. In der Regel werden während eines drei- bis vierwöchigen Aufenthaltes in einer Rehabilitationsklinik vielfältige Therapien und Leistungen angeboten:

  • Sport- und Bewegungstherapien
  • Ernährungsberatung und -schulung
  • psychologische Beratungen und Therapien
  • Entspannungstraining und Kunst- bzw. Ergotherapie
  • Beratung zu sozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen
  • Hilfe beim Beantragen von Leistungen
  • Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen und sozialen Integration
  • Planung medizinischer Nachsorge.

Diese Maßnahmen sollen der Patientin helfen, ihre alte Leistungsfähigkeit wiederzuerlangen und damit den eigenen Heilungsprozess zu beschleunigen. Eine Rehabilitation schließt sich üblicherweise an die medizinische Behandlung an. Sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt beantragt werden, wenn die Patientin bereits zuhause ist.

Neben Aktivitäten zur körperlichen Erholung hat die Patientin in der Rehabilitation auch die Möglichkeit, die seelischen und geistigen Belastungen der Krebsdiagnose und -behandlung in Ruhe zu verarbeiten. Ist sie zuhause in der Familie häufig Doppelbelastungen ausgesetzt, kann dieser Aufenthalt helfen, geplante Verhaltensänderungen einzuüben, um sie später im alltäglichen Leben erfolgreich umzusetzen.

Bei der Beantragung einer Rehabilitation bieten Kliniksozialdienste während des stationären Aufenthaltes sowie die regionalen Servicestellen REHA ambulant ihre Hilfe an. Die Wahl der Rehabilitationsklinik ist in der Regel durch die Krankenkassenzugehörigkeit beschränkt. In vielen Bundesländern gibt es Einrichtungen, welche die Zuordnung der Patienten zu den Rehabilitationseinrichtungen übernehmen. Reha-Maßnahmen bedeuten keinesfalls eine Pflicht. Jede Patientin kann sich bewusst für oder gegen diese entscheiden. Im Jahr 2011 haben sich 2.300 Frauen mit Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane (ohne Mammakarzinom) für eine Reha entschieden, also ein Viertel der Patientinnen.